ONE POT. Warum die derzeit so smarte Suppenküche mich so enorm glücklich macht.

17.02.2019

Zig Länder dieser Erde sind geeint in einem historischen Food-Fact:

Eintöpfe sind seit ewigen Zeiten das täglich Brot des gemeinen Volkes!

Das gilt für die urdeutschen Varianten Linsen- und Kartoffeleintopf ebenso wie für Minestrone, Pot-au-Feu, Curry & Co.

Und das hat gute Gründe:
All jenes, das Feld und Flur im Verlauf des Jahres schenkten, verschmolz in einer guten Suppe unkompliziert und köstlich zu richtig guten Geschmacks-Gefährten.

Landein, landaus waren Kinderwinter der 50er, 60er, 70er und 80er Jahre geprägt von feinen Freitagssuppen. So gesund wie günstig.

Und samstäglich rasch aufgewärmt waren diese bereits doppelt so lecker und nur noch halb so aufwendig!

So sind Kohl, Linsen, Kartoffeln & Erbsen in Schale geschmissen und endlos zerkocht für ganze Generationen zum Inbegriff kulinarischer Mutterliebe geworden.
Noch heute reicht ein flüchtiges Erinnern für ein wohlig-warmes Gefühl in Bauch und Herz.

Die letzten 20 Jahre jedoch fristeten heftig-deftige Suppen vielerorts ein Schattendasein.
Convenience sei Dank!

Nun aber feiern sie (endlich!) ein furioses Comeback. Denn:

Wir essen wieder Heimat!

Wir leben urban, wir denken global, die Welt wird immer kleiner und legt uns ihr nicht zu überblickendes Angebot pausenlos zu Füßen.

Klar! Da brauchen wir Orientierung und besinnen uns so nicht selten auf lebenslange Wegbegleiter -  wie Omas gute Suppe.

Darüberhinaus essen wir wieder, was wir kennen. Aufgeklärt über unsere Verantwortung Leib und Umwelt gegenüber,  erinnern wir uns heute täglich: Gute Dinge wachsen in heimischer Erde. Und: Wir können sie selbst zubereiten!!!!!

Wir essen aber auch, was wir nicht kennen.

Wir reisen, twittern, surfen, skypen und sind so tagtäglich (gefühlt) in aller Herren Länder zu Gast. Längst ist - kulinarisch gesehen - das mittelmeergeprägte Dolce Vita nicht mehr das alleinige Ziel unserer Träume. Wir kennen und schätzen (ja! lieben!) die Küchen dieser Welt von kreolisch über skandinavisch bis lateinamerikanisch. Und so sind indische Currys, japanische Ramen und vietnamesische Pho-Suppen auf unseren alltäglichen Speiseplan gerückt (wie wunderbar!).

Unsere Nation mutiert zu global-orientierten Suppenkaspern:

Graupensuppen gelten wieder als Klassiker mit Charisma, Gemüseeintöpfe als knallbunte Eminenz unter den Familiengerichten, asiatisches Allerlei als grundgesunde Alleskönner.

Richtig so! Denn keine mir bekannte Zutaten-Zusammenstellung brilliert so unkompliziert (!!!) & prallvoller Gutem und Geschmackvollem als vollwertige Mahlzeit. Keine!

Meine persönliche Ikone unter den Super-Suppen ist die Tom Kha Gai. Nicht neu, aber großartig. Ruckzuck gezaubert & wunderbar variantenreich schmeckt sie aufregend nach weiter Welt und beruhigend nach Healthy Food.

Ob hausgemacht, als take-away aus einer der sich hierzulande etablierenden Suppenküchen oder nach langem Tage rasch nach Haus bestellt (denn nichts übersteht die Verzögerung vom Herd zur Couch via Lieferdienst so gut wie ein Eintopf):

Wir lieben ihn wieder, den Topf voll Glück!

In diesem Sinne:

Mix & match oder order & enjoy!

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